Neues Arbeiten in Potsdam

Bild © Unicorn Potsdam

Die Arbeitswelt wandelt sich. Im Zuge der Digitalisierung haben immer mehr Menschen die Möglichkeit, selbstbestimmt in einer neuen, inspirierenden Umgebung zu arbeiten. Vorreiter sind innovative Unternehmen und Start-ups – auch in Potsdam. Im Kern geht es darum, Zeit und Ort so weit wie möglich selbst zu bestimmen. Dafür sind natürlich auch neue Räume nötig – die gerade in Potsdam Mangelware waren. Jetzt aber sprießen sie rasant aus dem Boden. In diesen neuen Räumen entsteht Coworking – das inspiriert. Dort trifft man auf Menschen, die aus einem anderen Umfeld kommen, neuen Input geben können.

Laut Gründungsmonitor der KfW-Bankengruppe 2019 liegt Brandenburg mittlerweile auf Platz drei, wenn es um die Gründungstätigkeit in den Bundesländern geht. Es wird nur getoppt vom Spitzenreiter Berlin und Hamburg auf Platz zwei. Folgerichtig nennt Florian Kosak (UNFOLD Magazin, S. 132-133), CEO und Co-Founder von Unicorn, Potsdam einen “attraktiven Standort mit einem hervorragenden Gründungsklima” und Ansgar Oberholz, Gründer und Geschäftsführer des St. Oberholz betont: “Ich glaube, Potsdam wird gerade wachgeküsst.”

Einige Möglichkeiten zum Coworking gibt es bereits im Mietwerk, dem Rechenzentrum oder dem Atelierhaus Scholle51 in Potsdam West, dem Officium in der Alleestrasse oder im Business-Center Potsdam in der Innenstadt, außerdem der Alten Feinbäckerei in Potsdam-West und im MediaTech Hub Lab, einer Büroetage für Start-ups über dem Studio Five auf dem Gelände des Studio Babelsberg. Aber jetzt geht es erst richtig los.

Im Juli 2019 eröffneten auf Initiative der Hasso-Plattner-Stiftung die Unicorn Workspaces im Haus am Platz (Ergänzung des Kutschstallhofs). Die Räume am Neuen Markt sind gut zu Fuß vom Potsdamer Hauptbahnhof zu erreichen. Start-ups und etablierte Unternehmen können dort auf 1200 Quadratmetern in drei Etagen über 200 Arbeitsplätze in unterschiedlich aufgebauten Büros mieten. Als “Workspace as a service” (UNFOLD Magazin, S. 132-133), bezeichnet der CEO & Founder von Unicorn das Konzept vom Büro im flexiblen Abo, mit dem die fixen Kosten niedrig gehalten werden können. Größere Konferenzräume für Besprechungen können stundenweise dazu gemietet werden. Im Eingang des Gebäudes gibt es kostenlos Kaffee für die Kunden und es wird bei Problemen geholfen. Anfang Dezember 2019 fand dort auch Unicorns erste “Potsdamer Pitch Night and Networking-Event” statt. “Pitch Dich in Dein neues Büro” war das Motto. Start-ups und etablierte Unternehmen bekamen die Gelegenheit, fünf Minuten lang ihr Konzept in einem Pitch zu präsentieren und die Jury zu überzeugen. Der Gewinner kann nun die Räume drei Monate lang mietfrei nutzen.

Bald kommt außerdem das in Berlin seit 15 Jahren etablierte und beliebte St. Oberholz mit innovativem Café- und Coworking-Konzept dazu. Es wird im April mitten in Babelsberg seine Pforten öffnen. Die alte Post in der Voltastrasse wird damit nach fast zwei Jahren Leerstand wiederbelebt. Gründer, Start-ups, Unternehmer, aber auch für Freelancer und Angestellte, sind dort willkommen. In der ehemaligen Schalterhalle wird es ein öffentliches Café geben – als Treffpunkt für Interessierte, Nachbarn und alle Arten von Cafégästen, mit und ohne Arbeit im Gepäck. “Von den meisten anderen Coworking Spaces unterscheidet uns, dass bei uns jeder willkommen ist”, so Ansgar Oberholz. “Man muss nicht Mitglied sein.” Es gibt aber auch abgetrennte Coworking-Räume und Teamoffices im St. Oberholz in Babelsberg – für Mitglieder und für Käufer von Tagestickets. Mitglieder haben rund um die Uhr und an jedem Tag Zugang zu den Räumen. „Als wir im Rahmen eines Projekts für einen Kunden den Standort untersucht haben, gefielen uns Potsdam und der Standort alte Post“, betont Ansgar Oberholz. “Das Gebäude steht für die Transformation von Arbeit. Alles hat da gepasst. Jetzt sind wir gespannt, was dort mit den Menschen vor Ort entsteht”. Die Kombination von Wissenschaft und Wirtschaft in Potsdam und Babelsberg sei auf jeden Fall einmalig. Ein perfekter Ort um Menschen zu inspirieren, so zu arbeiten, wie es zu ihnen passt.

Last but not least entsteht gerade ein viel diskutiertes riesiges IT- und Innovationszentrum südöstlich des Potsdamer Hauptbahnhofs, das international für Aufsehen sorgen soll. Auf dem Gelände der seit Jahren leerstehenden Halle des Reichsbahnausbesserungswerks (RWA), die seit 1997 unter Denkmalschutz steht, soll in Kürze ein Kreativzentrum mit flexiblen Büros, großzügigen Gemeinschaftsflächen und weiteren Einrichtungen und eigener Gastronomie entstehen. Baustart ist für Anfang 2020 vorgesehen. Auch ein variabel nutzbarer Veranstaltungssaal, eine Art Hörsaal, ist geplant. Neben der Halle entstehen Neubauten. Insgesamt geht es um mehr als 32.000 Quadratmeter Nutzungsfläche. Bis zu 1.400 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Planungen unter Oberhand des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. (Schöpfer des Metropol Parasol in Sevilla) sind in vollem Gange. Der Geschäftsführer der The RAW Potsdam GmbH, Mirco Nauheimer, will mit dem Zentrum dazu beitragen, dass Potsdam seine Spitzenstellung in Forschung und Wissenschaft ausbaut. Für bestmögliche technische Ausstattung ist gesorgt, da die Glasfasern entlang der Schienen liegen. Das Gebäude wird öffentlich zugänglich sein. Zwei internationale High-Tech-Firmen haben schon Interesse als Mieter angemeldet. Das Areal soll aber nicht nur ein Arbeitsort sein, sondern Teile sollen auch für Messen und Events genutzt werden können. Weit über 100 Millionen sollen investiert werden.

KONTAKTDATEN zu Unicorn und St. Oberholz

Unicorn
Wer interessiert ist, kann sich per Mail direkt bei Unicorn melden.
ttromposch@unicorn.de, Tel. +49 30 629 390 167

St. Oberholz
Wer interessiert ist, kann sich per Mail direkt beim St. Oberholz melden.
info@sanktoberholz.de

Von Eva Werner

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